Die Homöopathie ist wieder eine höchst lebendige Wissenschaft geworden und hat in den letzten 20 Jahren zahlreiche neue Strömungen hervorgebracht, von denen an dieser Stelle eine Essenz gegeben werden soll. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den neuen Ideen, die sich in unserer seit 1983 bestehenden Kanderner Allgemeinarztpraxis besonders gut bewährt haben. Die folgende Zusammenfassung ist eine gekürzte Form des Vorwortes, welches in der Neuauflage des Organon 6. Auflage vom Narayana Verlag zu finden ist.
Klassische Homöopathie und die neuen Methoden: 20 stürmische Jahre sind vergangen, seit der Narayana Verlag die sechste Auflage des Organon im Originalnachdruck wieder herausgegeben hat. Die Homöopathie hat seither eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht, die vergleichbar ist mit der Blütezeit um die Jahrhundertwende 1880/1920. Damals gab es vor allem in den USA eine ähnlich rasante Weiterentwicklung dieser wunderbaren Heilkunst. Nach einem Niedergang während der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts und Jahrzehnten der Stagnation erleben wir dieses Mal besonders in Europa und Indien eine neue Blüte der Homöopathie, die zum Teil revolutionäre Neuerungen eingeführt hat. Als Reaktion auf deren Auswüchse haben sich viele Homöopathen wieder ganz der bewährten alten Methodik zugekehrt und stehen damit gewiss auf sicherem Boden, den sie gern als klassische Homöopathie bezeichnen. Andere gehen gar so weit, dass sie jede Neuerung am liebsten wieder beseitigen würden, weil sie nicht im Organon steht. Gerade Hahnemann hat aber mit den fortlaufenden Änderungen von Auflage zu Auflage in seinem Organon gezeigt, wie evolutionär er selbst vorging. Er war einer der besten Ärzte und Naturforscher, die die Weltgeschichte kennt. Primär ein inspirierter Genius, war er aber vorsichtig genug, seine geistigen Eingebungen gründlich zu überprüfen, bevor er sie publik machte. Erst wenn sich durch die Erfahrung bestätigen ließ, was er intuitiv verstand, veröffentlichte er seine Ideen. Dabei war er flexibel genug, einiges auch wieder zu verwerfen, was er zuvor für richtig gehalten hatte, wenn die Erfahrung am Kranken letztlich doch dagegen sprach. Sein Vorgehen war beispielhaft das eines naturwissenschaftlich denkenden Menschen, der die Methode des aufgeklärten Denkens im körperlichen wie im geistigen Bereich erfolgreich einsetzte. Seine Darstellung der Lebenskraft ist unserer heutigen Naturwissenschaft nach 200 Jahren immer noch um Längen voraus. Der verlockende Siegeszug der Technik als Ausdruck eines rein materialistischen Weltverständnisses war offenbar zu verführerisch, um die reale Existenz einer unsichtbaren Lebenskraft anzuerkennen. Mit überragender Geisteskraft entwickelte Hahnemann seine Entdeckung der Homöopathie ständig weiter und experimentierte bis zu seinem Lebensende, führte Neues ein und schaffte Altes unter Beibehaltung des Kerngedankens wieder ab. In diesem Sinne war Hahnemann selbst alles andere als ein Klassiker und gab sich sogar mit Bewährtem nicht ohne weiteres zufrieden. So führte er in dieser hier vorliegenden sechsten und letzten Auflage ein völlig neues Herstellungsverfahren für homöopathische Arzneimittel ein (heute Q- oder LM-Potenzen genannt) und erwähnte zum ersten Mal die Verreibung ganzer frischer Pflanzen anstelle der üblichen Flüssigpotenzierung von Extrakten oder getrockneten Pflanzenteilen. Bis heute wird dieses Herstellungsverfahren von vielen Homöopathen nicht verwendet, weil sie nach den Kenntnissen der fünften Auflage ausgebildet wurden und der alten amerikanischen Schule folgen, die ja tatsächlich von der sechsten Auflage nichts wusste. Erst Flury, Voegeli, Schmidt und Eichelberger griffen nach dem zweiten Weltkrieg diese neue Herstellungsweise in der Schweiz und in Deutschland auf und begannen den Schatz der amerikanischen Hochpotenzerfahrungen mit den ersten Erfahrungen in der Anwendung der neuen Potenzen zu erweitern. Die erste kommerzielle Fertigung der Q-Potenzen begann Mitte der 50er Jahre in Deutschland und Indien (Hahnemann Publishing Company, Calcutta) nahezu gleichzeitig.
Gerade das Organon erhebt mit seinem Wahlspruch des aufgeklärten Denkens "aude sapere" (wage selbständig zu denken) keineswegs den Anspruch eines abgeschlossenen dogmatischen Systems. Jeder freie Mensch hat in unseren Breiten zumindest seit der Aufklärung die Möglichkeit, sich seines eigenen Verstandes nach besten Kräften zu bedienen, ohne blind irgendeinem Glaubenssatz folgen zu müssen. Allerdings hat er damit auch die Folgen selbst zu verantworten.
Nun haben die meisten von uns nicht die Geistesgrösse eines Hahnemann. Damit führte sein unabhängiger Ansatz in fremden Händen zu manchen Irrtümern, und viele ängstliche Naturen befürchten durch den explosionsartigen Wildwuchs an Neuerungen schon einen zweiten Niedergang der Homöopathie. Doch Wahrheit wird sich langfristig immer durchsetzen und bleibt bestehen. Was nicht stimmt, geht mit der Zeit wieder unter. Man muss nur sehen, dass der Begriff Wahrheit im Sinne von Tatsachen gemeint ist, die einer Prüfung durch die Vernunft und die Erfahrung standhalten können. Viele alte Werke sind durch 200 Jahre aktuell geblieben, und die meisten gut durchgeführten alten Arzneimittelprüfungen bestätigen ihren Wahrheitsgehalt immer wieder. Auch ein Teil der neueren Arzneimittelprüfungen (z. B. von Bambus) hat sich in unserer Praxis oft bestätigt. Andererseits konnten wir zahlreiche andere neue Prüfungen, bei denen eine Überfülle angeblicher Geistessymptome notiert wurde, durch entsprechenden homöopathischen Einsatz dieser Mittel nicht verifizieren. Klinisch nicht bestätigte Symptome sollten ruhig beiseite gelegt werden dürfen. Symptome, die sich in der Anwendung nach dem Ähnlichkeitsverfahren nicht bestätigen lassen, geben nicht das eigentliche Wesen der Arznei wieder und dürften zum Grossteil überlagerte Projektionen der Prüfer sein. Ein einziger geeigneter Prüfer kann mehr über das geprüfte Mittel ans Licht bringen als 50 wahllose Prüfer, von denen die meisten weder sensitiv genug noch in der distanzierten Selbstbeobachtung genügend geschult sind.
Gute Fälle als ein Kriterium zum wesensmässigen Verständnis der Arzneimittel: Constantin Hering und seine Schüler hatten die Symptome geheilter Patienten ausgewertet, um Licht in den Dschungel der Prüfungssymptome zu bringen. Jedes Prüfungssymptom eines Mittels, welches mit einer klinischen Heilung bestätigt werden konnte, wurde aufgewertet. So wurden die Leitsymptome vieler Mittel gefunden. Dieses wertvolle Verfahren ist wissenschaftlich sauber und fragt nicht primär nach dem bekannten Namen eines homöopathischen Autors, um die Glaubwürdigkeit eines Symptoms zu untermauern. Es fragt nur nach der praktischen Wirkung eines Mittels. Gute Fälle sind ein sehr zuverlässiger Maßstab zur Wertung der Prüfungssymptome und manchmal auch zum Verständnis der Kernidee des Heilmittels. Allerdings fehlt uns bislang noch ein allgemein anerkannter Kodex sicherer Kriterien, wie ein guter Fall zu definieren ist. Durch geheilte Patienten können wir manchmal neue Wesensmerkmale des Heilmittels erkennen, die aus den Prüfungen bisher nicht ersichtlich waren. Viele klinische Indikationen wurden so gefunden.
George Vithoulkas ist der Initiator des neuen Aufschwungs der Homöopathie. Er hat ähnlich wie Kent in seinen Arzneimittelvorlesungen viele neue und alte Mittel so auf den Punkt gebracht, dass man sie sich besser vorstellen und damit auch leichter merken kann. Seine Schüler haben sie als "Essenzen" bezeichnet und unautorisiert veröffentlicht. Wer eine grosse Zahl von Mitteln im Kern verstanden hat, wird in der Praxis rascher zum Erfolg kommen, weil er viele Vergleichsmöglichkeiten hat und sie schon in der Anamnese wiedererkennt. Natürlich darf diese "Essenz" keine pure Spekulation sein, und sie sollte so kurz und prägnant wie möglich sein. Auf diese Weise wird es einfacher, sich 500 bis 1000 Mittel zu merken. Leider ist das Gedächtnis vieler Homöopathen mit nur 20-50 überrepräsentierten Polychresten so ausgefüllt, dass sie hunderte von eventuell noch besseren sogenannten kleinen Mitteln übersehen. Warum sollte man sich Lycopodium mit hundert Einzelsymptomen einprägen und dafür Cicuta maculata oder Dendroaspis polylepis nicht kennen? Mit 5-10 Hauptkriterien pro Mittel hätten bei gleichem Aufwand statt für ein einziges Mittel wie Lycopodium mindestens 15 ebenso wichtige Mittel im Gedächtnis Platz. Vithoulkas' "Essenzen homöopathischer Arzneimittel" haben hier eine Vorreiterrolle gespielt. Mit ihnen hat er einen entscheidenden Meilenstein gesetzt, auch wenn er später befürchtete, damit die Tore zu wilden Spekulationen geöffnet zu haben. Die meisten bekannten zeitgenössischen Homöopathen sind aus seiner griechischen Schule auf der ionischen Insel Alonnissos hervorgegangen.
Jan Scholten: Seine neue Darstellung der Mineralien und die kurz darauf folgende geniale Idee der homöopathischen Interpretation des Periodensystems der Elemente hat sich inzwischen seit über 10 Jahren weltweit und auch in unserer Praxis so oft bestätigt, dass an ihrem Wahrheitsgehalt kein ernsthafter Zweifel mehr bestehen dürfte. Sein Grundlagenwerk "Homöopathie und die Elemente" zeigt die mineralischen Mittel der Homöopathie in einer neuen natürlichen Ordnung. Damit wird uns auch eine neue Möglichkeit zu ihrer medizinischen Anwendung gegeben. Dieses Werk sollte in keiner modernen homöopathischen Praxis fehlen. Selbst bisher ungeprüfte Mittel wie Rubidium, Technetium und Scandium konnten nur durch ihre Stellung im Periodensystem als Schnittstelle von "Serien und Stadien" in ihrer homöopathischen Kernaussage verstanden werden. Damit konnte man sie auch schon erfolgreich verordnen. Die insgesamt 7 "Serien" sind nach ihren bekanntesten Vertretern benannt. So gibt es unter anderem eine Eisenserie, eine Silberserie und eine Goldserie, die jeweils ein übergeordnetes Lebensthema darstellt. So steht die Eisenserie mit Mitteln wie Calcium, Mangan, Cobalt oder Gallium für Probleme mit der Pflicht bei der täglichen einfachen Arbeit oder in der Schule. Die Silberserie mit Mitteln wie Ruthenium, Palladium oder Cadmium kann bei Schwierigkeiten kreativer origineller Erfindertypen, bei Intellektuellen oder Ideenvermittlern angezeigt sein, und die Goldserie enthält mit Elementen wie Hafnium, Mercur oder Thallium Mittel, die bei Machtproblemen und anderen Schwierigkeiten von Verantwortungsträgern helfen können. Die insgesamt 18 einzeln definierten "Stadien" sind Stufen der Entwicklung, die für jede Serie gleich gelten und vermutlich ein allgemeingültiges Wachstumsprinzip des menschlichen Geistes wiedergeben. Sie schildern 18 archetypische Stufen von der Initialphase einer aufkeimenden Idee mit den folgenden ersten unsicheren tappenden Versuchen (Stadium 1-3) über eine Lern- und Meisterphase (Stadium 4-12) bis zu ihrem Niedergang (Stadium 1318). In der traditionellen Sicht des Periodensystems sind diese Stadien die Gruppen, in denen sich Elemente mit gleicher Elektronenzahl in der äusseren Schale und damit gleichem chemischen Bindungsverhalten befinden. Scholtens Entdeckung der homöopathischen Interpretation des Periodensystems erinnert sehr an die Entdeckungsgeschichte des Periodensystems selbst. Zum Beispiel war die Existenz von Germanium 1871 von Mendelejew vorausgesagt worden. Mendelejew war der Entdecker des Periodensystems, und er war sicher, dass eine bestimmte leere Schnittstelle in seinem System von einem unbekannten Element mit voraussagbaren chemischen Eigenschaften belegt sein müsse. 1886 wurde dieses fehlende Element in Deutschland tatsächlich gefunden und Germanium genannt. Die chemisch erwarteten Eigenschaften trafen zu. Nach zahlreichen Versuchen offenbarte es später in seiner technischen Anwendung als Halbleiter auch sein volles physikalisches Potential, welches damals nicht voraussehbar war. In seinen Indikationen als homöopathisches Heilmittel konnte Germanium ebenfalls durch seine Stellung im Periodensystem in Grundzügen vorausgesagt und in ersten Versuchen auch erfolgreich eingesetzt werden. Seine feineren homöopathischen Eigenschaften wurden durch Sherrs Arzneimittelprüfung erweitert. Wenn die Homöopathie solche natürlichen Systeme integriert, die ihren Wahrheitsgehalt wissenschaftlich bereits bewiesen haben, wird ihre Präzision wachsen. Ferner dürfte z. B. durch das Ordnungssystem der botanischen Familienzugehörigkeit die Überfülle pflanzlicher Mittel überschaubarer werden. Oft wird auch trotz steigender Zahl von Mitteln die Verordnung einfacher als früher.
Rajan Sankaran: Seine neueren Ideen einer erweiterten Miasmenlehre und ihrem Zusammenhang mit den botanischen Pflanzenfamilien sind von ihm selbst noch als vorläufig bezeichnet worden. Wer dies berücksichtigt und eigene Versuche damit anstellt, wird dazu beitragen, zum Kern der Sache zu gelangen und Tatsachen von Hypothesen zu unterscheiden. Inzwischen sind weltweit viele Bestätigungen durch Fälle eingegangen, die seine Idee der "vitalen Empfindung" als Ausdruck eines botanischen Familienthemas bestätigen. Scholten hat einige dieser Ideen Sankarans aufgegriffen und die Miasmen in Beziehung zu seinen Stadien gebracht. Es war in der Tat von Anfang an auffällig, wie ähnlich sich Sankarans Miasmen und die 18 Stadien des Periodensystems sind. Scholtens Stadieneinteilung scheint eine chemisch-mathematisch begründete Wiedergabe des Prinzips von Wachstum und Verfall zu sein, während die Miasmen Sankarans als Reaktionsformen bekannter Krankheitsbilder eher klinisch definiert sind, aber aus dieser Perspektive einer ähnlichen Einteilung folgen. Die Erfahrung wird zeigen, wie spezifisch diese Einteilungen sind. Hier ist noch vieles im Fluss, und man hat das Gefühl, an einer grossen Neuentdeckung mitwirken zu können, die für die Homöopathie mindestens ebenso bahnbrechend ist wie früher die Entdeckung des Periodensystems für die Chemie oder die Entwicklung der Atomtheorie für die moderne Physik. Man kann mit Sankarans botanisch-homöopathischem System den Wirkungsbereich einer Pflanze als Schnittstelle zwischen dem Thema der botanischen Familie und ihrem Miasma bzw. Stadium auffassen, ähnlich wie im Periodensystem. Damit ergibt sich auch im Pflanzenreich die Möglichkeit zu vernünftig begründeten Verschreibungen von wenig bekannten Mitteln, sofern das Thema einer botanischen Familie durch gut bekannte Mittel aus dieser Familie einigermaßen sicher scheint. Wir haben in der Tat in mehreren Fällen ausgezeichnte Wirkungen von Mitteln gesehen, die nur nach der Idee der botanischen Familienzugehörigkeit und des individuellen Miasmas gefunden wurden. Zum Beispiel wären sehr schöne Fälle von Corydalis formosa (papaveraceae + syphilitisches Miasma bzw. Stadium 17) oder Franciscea uniflora (solanaceae + syphilitisches Miasma bzw. Stadium 17) aufgrund der bisherigen Kenntnisse dieser Mittel nach der klassischen Methode nicht auffindbar gewesen. Bei Mitteln tierischen Ursprungs wird ähnliches zu erwarten sein, weil die Zoologie und die Verhaltensforschung bereits gute Voraussetzungen geschaffen haben. Doch homöopathisch ist dieses Gebiet bislang noch zum grossen Teil Neuland.
Hugbald Volker Müller entdeckte die Bedeutung der Farbvorliebe und der Handschrift als homöopathische Symptome. H. V. Müller ist einer der am meisten verkannten Homöopathen unserer Zeit gewesen. Besonders von vielen deutschen Kollegen ist er wegen seiner revolutionären Ideen angefeindet worden und lebte darauf in den letzten 10 Jahren seines Lebens sehr zurückgezogen. Die Tiefe und Tragweite seiner Entdeckungen wird völlig zu Unrecht seit Jahren unterschätzt, und wir sind sicher, dass sie in Zukunft die Beachtung finden werden, die sie verdienen. Besonders die Farbbeziehung eines Menschen kann uns einen ganz direkten Hinweis auf Mittel geben, die nicht nur symptomatisch ähnlich sind und damit eventuell nur palliativ wirken. Die Ähnlichkeitsbeziehung der Farbvorliebe kann ohne Umschweife auf eine der allgemeinsten und tiefsten Ebenen der individuellen Stimmung der Lebenskraft hinweisen. Ferner gab H. V. Müller durch seine minutiös beschriebenen Kasuistiken oft zum ersten Mal eine plastische Vorstellung von sehr vielen sogenannten kleinen Mitteln. Die ergänzende Hinzuziehung von Farbvorliebe und Handschrift hat sich in unserer Praxis seit 15 Jahren besonders oft bewährt und zur erfolgreichen Verschreibung von über 700 "new, old and forgotten remedies" in Fällen geführt, wo wir zuvor zahlreiche sogenannte grosse Mittel mit nur mässigem Erfolg gegeben hatten. Auch diese Methoden stehen nicht im Organon und sind doch so wertvoll, dass unsere Verschreibungspraxis ohne sie heute nicht mehr denkbar wäre. Die Farbvorliebe und die Handschrift sind beide als homöopathische Symptome nur aus geheilten Fällen deduziert worden und stammen nicht aus Arzneimittelprüfungen. Dadurch sind sie manchen Homöopathen suspekt, die ihre Mittelkenntnisse in Berufung auf Hahnemann ausschliesslich auf Arzneimittelprüfungen aufbauen wollen. Warum aber diese Einschränkung? Warum nicht die Sprache der Arznei in den Fällen, wo sie sich besonders schön im Heilungsverlauf kundtut, hören, sehen und verstehen? Gerade die Farbvorliebe und die Handschrift sind gute Beispiele, dass die durch Fallbeobachtung gewonnenen Symptome wertvolle Ergänzungen zu den Arzneimittelprüfungen liefern können.
Kandern, im April 2004
Ulrich Welte und Herbert Sigwart